Katzenernährung im Mehrtierhaushalt
Katze frisst Hundefutter – was jetzt wichtig ist
Das Wichtigste in Kürze
Dürfen Katzen Hundefutter essen? Einige Bissen normales Hundefutter sind für eine gesunde erwachsene Katze meist unbedenklich. Als Hauptfutter eignet sich Hundefutter nicht, weil es nicht auf den Nährstoffbedarf von Katzen abgestimmt ist.
- Nach einmaligem Naschen beobachtest du deine Katze und bietest ihr anschließend wieder ihr gewohntes Katzenfutter und frisches Wasser an.
- Bei regelmäßigem Mitfressen fütterst du Hund und Katze getrennt und räumst Futterreste nach jeder Mahlzeit weg.
- Eine dauerhafte Fütterung mit Hundefutter kann zu einer Unterversorgung führen, unter anderem bei Taurin, Arachidonsäure, vorgebildetem Vitamin A und Protein.
- Nach einer größeren Portion treten am häufigsten vorübergehend weicher Kot, Durchfall oder Erbrechen auf.
- Tierärztlicher Rat ist bei wiederholtem Erbrechen, anhaltendem Durchfall, Schwäche oder Futterverweigerung nötig, ebenso bei Kitten und kranken Katzen sowie nach gefressenem Diätfutter oder Kautabletten des Hundes.
- Atemnot, Kollaps oder Krampfanfälle sind immer ein Notfall.
Deine Katze frisst Hundefutter und du fragst dich, ob das gefährlich ist? Wenn sie einmal ein paar Bissen aus dem Hundenapf erwischt hat, besteht bei einer ansonsten gesunden Katze in den meisten Fällen kein Grund zur Panik. Normales Hundefutter ist für Katzen nicht automatisch giftig.
Anders sieht es aus, wenn deine Katze regelmäßig beim Hund mitfrisst oder Hundefutter sogar einen großen Teil ihrer täglichen Ernährung ausmacht. Hunde und Katzen haben unterschiedliche Anforderungen an ihre Nahrung. Deshalb kann ein Futter, das einen Hund vollständig versorgt, für eine Katze langfristig ungeeignet sein.
Entscheidend sind also nicht nur die gefressene Menge, sondern ebenso die Häufigkeit, das konkrete Produkt und der gesundheitliche Zustand deiner Katze.
In diesem Artikel erfährst du, wann Beobachten ausreicht, welche Warnzeichen du ernst nehmen solltest und wie du Hund und Katze im Alltag so füttern kannst, dass beide zuverlässig an ihr eigenes Futter kommen.
Katze frisst Hundefutter: das Wichtigste auf einen Blick
Ob du reagieren musst, hängt vor allem davon ab, ob deine Katze einmal kurz genascht hat oder regelmäßig Hundefutter frisst.
Ein paar Bissen oder regelmäßiges Mitfressen?
Hat deine Katze lediglich einige Bissen normales Hundefutter erwischt und verhält sie sich anschließend vollkommen unauffällig, reicht es meistens aus, sie im Blick zu behalten. Danach bekommt sie wieder ihr gewohntes Katzenfutter.
Passiert das dagegen jeden Tag, sollte der Zugang zum Hundenapf verändert werden. Denn selbst kleine Mengen können relevant werden, wenn sie regelmäßig einen Teil des eigentlich bedarfsdeckenden Katzenfutters verdrängen.
Noch einmal anders ist die Situation zu bewerten, wenn eine Katze überwiegend oder ausschließlich Hundefutter erhält. Dann sollte die Ernährung umgestellt werden, weil Hundefutter nicht darauf ausgelegt ist, den vollständigen Nährstoffbedarf einer Katze abzudecken.
Eine allgemeingültige Grammzahl, ab der Hundefutter gefährlich wird, wäre dabei wenig sinnvoll. Körpergewicht, Alter, Gesundheitszustand und Zusammensetzung des Futters unterscheiden sich zu stark.
Merkhilfe:
- Einmalig: beobachten und anschließend wieder das gewohnte Katzenfutter anbieten.
- Regelmäßig: Zugang zum Hundenapf verhindern und den Fütterungsablauf verändern.
- Überwiegend oder ausschließlich: Ernährung fachlich prüfen und auf ein vollständiges Katzenfutter umstellen.
Der schnelle Check: Menge, Häufigkeit und Zustand der Katze
Wenn deine Katze Hundefutter gefressen hat, kannst du die Situation zunächst anhand einiger Punkte einordnen:
- Was wurde gefressen? Handelte es sich um Hunde-Nassfutter, Trockenfutter, ein Leckerli oder vielleicht sogar um eine spezielle tierärztliche Diät?
- Wie viel hat deine Katze ungefähr erwischt? Ein kurzer Bissen aus dem Napf ist anders zu bewerten als eine komplette Mahlzeit.
- Wie häufig passiert das? War es eine Ausnahme oder bedient sie sich regelmäßig beim Hund?
- Wie verhält sie sich anschließend? Frisst, trinkt und bewegt sie sich wie gewohnt?
- Sind Beschwerden aufgetreten? Achte beispielsweise auf wiederholtes Erbrechen, Durchfall, deutliche Schwäche oder Futterverweigerung.
Atemnot, Kollaps oder Krampfanfälle sind unabhängig davon, ob du das Hundefutter als Ursache vermutest, ein akuter Notfall.
Egal zu welchem Thema man Rat sucht und in welcher Situation man sich mit seinen Katzen befindet, bei Christoph ist man sehr gut aufgehoben.
Dürfen Katzen Hundefutter essen?
Die kurze Antwort lautet: Ein versehentlicher Bissen ist etwas anderes als eine dauerhafte Fütterung.
Hundefutter ist normalerweise kein Gift für Katzen. Trotzdem sollte daraus nicht der Schluss entstehen, dass Hunde- und Katzenfutter beliebig austauschbar wären.
Ein vollständiges Futter wird für eine bestimmte Tierart und häufig zusätzlich für eine bestimmte Lebensphase entwickelt. Genau deshalb findest du auf Verpackungen Angaben wie Alleinfuttermittel für ausgewachsene Katzen oder Alleinfuttermittel für Hunde.
Ein Alleinfuttermittel soll ein Tier bei bestimmungsgemäßer Fütterung mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen. Entscheidend ist deshalb nicht, ob auf einer Verpackung mit viel Fleisch oder einzelnen zugesetzten Vitaminen geworben wird. Wichtig ist, für welche Tierart und Lebensphase das gesamte Nährstoffprofil zusammengestellt wurde.
Wenn du dich grundsätzlich mit der Ernährung deiner Katze beschäftigst, findest du hier weitere Informationen dazu, wie du ein passendes Katzenfutter wählen kannst.

Hundefutter ist nicht automatisch giftig
Ein kurzer Ausflug zum Hundenapf endet bei einer gesunden erwachsenen Katze häufig ohne Folgen. Auch die VCA weist darauf hin, dass ein oder zwei kleine Bissen Hundefutter den meisten gesunden Katzen normalerweise nicht schaden. Gleichzeitig wird ausdrücklich davon abgeraten, Hundefutter als alleinige Nahrungsquelle für Katzen einzusetzen.
Nach einer größeren oder ungewohnten Portion können vorübergehend Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Dazu gehören beispielsweise weicher Kot, Durchfall oder Erbrechen.
Eine Garantie lässt sich daraus jedoch nicht für jede Situation ableiten. Hat deine Katze verdorbenes Futter gefressen, ist die Zusammensetzung unbekannt oder könnten gleichzeitig Medikamente beziehungsweise Fremdstoffe aufgenommen worden sein, muss die Situation individuell beurteilt werden.
Versuche in einem solchen Fall nicht, selbst Erbrechen auszulösen. Auch Humanmedikamente oder andere vermeintliche Hausmittel gehören nicht in die Katze.
Warum es trotzdem kein Katzenfutter ersetzt
Auf den ersten Blick können Hunde- und Katzenfutter ziemlich ähnlich wirken. Beide können Fleisch enthalten, vergleichbare Konsistenzen haben und teilweise sogar dieselben Nährstoffe auf der Zutatenliste aufführen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ernährungsphysiologisch gleichwertig sind.
Ein gutes Beispiel ist Taurin. Manche Hundefutter enthalten durchaus Taurin. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass die enthaltene Menge den Bedarf einer Katze zuverlässig deckt.
Dasselbe gilt für Protein, Fettsäuren, Vitamine und weitere Aminosäuren. Nicht ein einzelner Inhaltsstoff entscheidet darüber, ob ein Futter geeignet ist, sondern das Zusammenspiel aller notwendigen Nährstoffe in einer bedarfsgerechten Menge.
Warum Hundefutter Katzen nicht dauerhaft versorgt
Katzen gehören zu den obligaten Karnivoren. Dahinter steckt mehr als die einfache Aussage, dass sie Fleisch fressen.
Ihr Stoffwechsel weist Besonderheiten auf, durch die bestimmte Nährstoffe direkt über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass Katzen grundsätzlich keine Kohlenhydrate verdauen könnten. Gut aufbereitete Stärke kann von Katzen durchaus genutzt werden.
Der entscheidende Punkt liegt vielmehr im artspezifischen Nährstoffbedarf.
Katzen und Hunde haben unterschiedliche Nährstoffprofile
Die FEDIAF-Leitlinien für Hunde- und Katzenfutter führen deshalb getrennte Nährstoffempfehlungen für beide Tierarten auf. Sie dienen unter anderem als Grundlage für die Formulierung vollständiger Futtermittel.
Bei Katzen unterscheiden sich beispielsweise die Anforderungen an Protein, bestimmte Aminosäuren, Fettsäuren und verschiedene Vitamine von denen eines Hundes.
Auch das MSD Veterinary Manual beschreibt diese Unterschiede. Katzen benötigen unter anderem Taurin über die Nahrung und haben besondere Anforderungen an Arginin, Vitamin A, Arachidonsäure, Niacin und Vitamin B6.
Genau hier liegt das Problem einer langfristigen Hundefütterung: Ein vollständiges Hundefutter kann für einen Hund vollkommen geeignet sein und trotzdem nicht das Nährstoffprofil liefern, das eine Katze benötigt.

Taurin, Protein und essenzielle Aminosäuren
Taurin gehört zu den bekanntesten Unterschieden zwischen der Ernährung von Hund und Katze.
Katzen sind auf eine ausreichende Zufuhr über ihre Nahrung angewiesen. Eine langfristig unzureichende Taurinversorgung kann unter anderem die Netzhaut und das Herz schädigen. Das MSD Veterinary Manual nennt beispielsweise dilatative Kardiomyopathie und zentrale Netzhautdegeneration als mögliche Folgen eines Taurinmangels.
Wichtig ist allerdings die zeitliche Einordnung: Solche Folgen entstehen durch eine unzureichende Versorgung über längere Zeit. Sie bedeuten nicht, dass eine Katze durch ein paar Kroketten Hundefutter plötzlich einen Taurinmangel entwickelt.
Neben Taurin spielt auch Arginin eine wichtige Rolle. Darüber hinaus liegt der Proteinbedarf von Katzen höher als der von Hunden. Wie hoch der Proteingehalt eines konkreten Futters tatsächlich ausfällt, hängt allerdings vom jeweiligen Produkt ab.
Deshalb wäre die pauschale Aussage „Hundefutter enthält zu wenig Protein“ ebenfalls falsch. Entscheidend bleibt, dass Hundefutter nicht für das vollständige Nährstoffprofil einer Katze formuliert wurde.
Vitamin A, Arachidonsäure und weitere Unterschiede
Taurin ist nur ein Teil des Gesamtbildes.
Katzen können Beta-Carotin nicht in ausreichendem Maß als Quelle für Vitamin A nutzen und benötigen deshalb vorgebildetes Vitamin A über die Nahrung. Zusätzlich brauchen sie Arachidonsäure, eine Omega-6-Fettsäure, direkt über ihre Ernährung.
Auch bei Niacin und Vitamin B6 bestehen Unterschiede zwischen Hund und Katze.
Die ISFM-Leitlinie zur Ernährung von Katzen beschreibt ebenfalls die besonderen Stoffwechselanforderungen der Katze und nennt unter anderem Taurin, Arachidonsäure sowie vorgebildetes Vitamin A als wichtige Bestandteile einer bedarfsgerechten Ernährung.
Genau deshalb löst zugesetztes Taurin das grundsätzliche Problem nicht. Selbst ein Hundefutter mit Taurin wird dadurch nicht automatisch zu einem vollständigen Katzenfutter.
Problematisch wird eine ungeeignete Ernährung vor allem dann, wenn sie über längere Zeit einen relevanten Anteil der normalen Katzennahrung ersetzt. Ein gelegentlicher Bissen und eine dauerhafte Fehlversorgung sind ernährungsphysiologisch zwei völlig unterschiedliche Situationen.
Hund und Katze: Nährstoffbedarf im Vergleich
Warum Hundefutter Katzen nicht dauerhaft versorgt, wird besonders deutlich, wenn du die zentralen Ernährungsunterschiede direkt vergleichst:
| Bereich | Katze | Hund | Warum Hundefutter langfristig nicht reicht |
|---|---|---|---|
| Taurin | Muss ausreichend über das Futter aufgenommen werden | Kann Taurin in begrenztem Umfang selbst bilden | Enthaltenes Taurin sagt nichts darüber aus, ob die Menge den Katzenbedarf deckt |
| Protein | Hat einen vergleichsweise hohen Proteinbedarf | Kann mit einem geringeren Anteil auskommen | Ein Hundefutter kann Protein enthalten und trotzdem nicht für den Katzenstoffwechsel formuliert sein |
| Arginin | Ist auf eine regelmäßige Zufuhr angewiesen | Hat andere Anforderungen | Die Katze reagiert besonders empfindlich auf eine unzureichende Versorgung |
| Vitamin A | Benötigt vorgebildetes Vitamin A aus der Nahrung | Kann Beta-Carotin besser umwandeln | Ein für Hunde passendes Vitaminprofil muss den Katzenbedarf nicht erfüllen |
| Arachidonsäure | Muss sie über die Nahrung aufnehmen | Kann sie in größerem Umfang selbst bilden | Hundefutter muss nicht auf diesen Bedarf der Katze abgestimmt sein |
| Futtermittelstatus | Benötigt ein Alleinfuttermittel für Katzen | Benötigt ein Alleinfuttermittel für Hunde | Entscheidend ist die Tierart auf der Deklaration, nicht nur die Zutatenliste |
Die Übersicht zeigt artspezifische Grundprinzipien. Was ein einzelnes Produkt tatsächlich liefert, lässt sich nur anhand seiner Deklaration beurteilen. Wie du Angaben auf der Packung einordnest, erklärt Welches Katzenfutter?.
Was passiert, wenn eine Katze Hundefutter frisst?
Welche Folgen auftreten können, hängt stark davon ab, wie viel Hundefutter deine Katze aufgenommen hat und ob es sich um eine einmalige oder regelmäßige Situation handelt.
Direkt nach einem kurzen Naschen stehen mögliche Verdauungsreaktionen im Vordergrund. Frisst deine Katze dagegen immer wieder beim Hund mit, verschiebt sich die entscheidende Frage: Wie viel vollständiges Katzenfutter wird dadurch dauerhaft aus ihrer Ernährung verdrängt?
Diese beiden Situationen sollten nicht miteinander vermischt werden.
Mögliche Folgen nach einer einmaligen Portion
Viele gesunde Katzen zeigen überhaupt keine Auffälligkeiten, wenn sie einige Bissen Hundefutter erwischt haben. Auch eine etwas größere Portion muss nicht zwangsläufig Beschwerden verursachen.
Reagiert der Magen-Darm-Trakt empfindlich auf das ungewohnte Futter, können jedoch beispielsweise weicher Kot, Durchfall oder Erbrechen auftreten. Vor allem eine ungewohnt große oder besonders fettreiche Mahlzeit kann die Verdauung belasten.
In diesem Fall braucht deine Katze keine komplizierten Ausgleichsmaßnahmen. Stelle ihr frisches Wasser bereit und biete zur nächsten regulären Fütterung wieder ihr gewohntes, vollständiges Katzenfutter an.
Beobachte anschließend ihr Allgemeinbefinden und den Kotabsatz. Dafür musst du sie allerdings nicht permanent kontrollieren. Es reicht, Veränderungen wahrzunehmen, die im normalen Alltag ohnehin auffallen.
Die praktische Einordnung der VCA zur Fütterung mehrerer Haustiere macht ebenfalls deutlich, dass kleine versehentlich aufgenommene Mengen anders zu bewerten sind als eine dauerhafte Fütterung mit dem Futter der jeweils anderen Tierart.
Durchfall oder Erbrechen nach Hundefutter
Weicher Kot, einmaliges Erbrechen oder vorübergehende Übelkeit können nach einer ungewohnten Portion Hundefutter auftreten. Bei einer sonst munteren, gesunden Katze kannst du zunächst beobachten, frisches Wasser anbieten und bei der nächsten regulären Mahlzeit wieder das gewohnte Katzenfutter geben.
Tierärztlichen Rat solltest du einholen, wenn das Erbrechen wiederholt auftritt, der Durchfall stark oder blutig ist, deine Katze Schmerzen zeigt, deutlich schlapp wird, nicht trinken kann oder Beschwerden länger anhalten. Bei Kitten, sehr alten Katzen, Vorerkrankungen oder einer großen gefressenen Menge ist eine frühere Rücksprache sinnvoll.
Wenn deine Katze zusätzlich kaum oder gar nicht frisst, findest du wichtige Warnzeichen im Artikel Katze frisst nicht.
Risiken bei regelmäßigem oder ausschließlichem Hundefutter
Frisst deine Katze jeden Tag Hundefutter, entsteht das eigentliche Problem nicht durch einen einzelnen Bissen. Vielmehr nimmt das fremde Futter zunehmend Platz in ihrer Gesamtration ein.
Stell dir beispielsweise eine Katze vor, die morgens ihr normales Katzenfutter bekommt, sich anschließend aber täglich eine weitere Mahlzeit aus dem Hundenapf holt. In diesem Fall handelt es sich längst nicht mehr um gelegentliches Naschen.
Je größer der Anteil des Hundefutters wird, desto weniger zuverlässig ist die Versorgung mit einem für Katzen vollständig formulierten Nährstoffprofil.
Auf Dauer können dadurch Unterversorgungen entstehen. Welche Auswirkungen auftreten, hängt davon ab, welche Nährstoffe fehlen, wie stark die Versorgung vom Bedarf abweicht und wie lange dieser Zustand besteht.
Mögliche Veränderungen können unter anderem sein:
- Gewichtsverlust oder unerwünschte Gewichtszunahme
- nachlassende körperliche Verfassung
- Schwäche oder geringere Belastbarkeit
- Veränderungen der Fellqualität
- auffällige Veränderungen des Appetits
Solche Anzeichen beweisen allerdings keinen ernährungsbedingten Mangel. Sie können zahlreiche andere Ursachen haben und sollten deshalb nicht als Ferndiagnose interpretiert werden.
Wenn deine Katze immer Hundefutter frisst, solltest du zunächst herausfinden, welchen Anteil es tatsächlich ausmacht. Ein einzelner Bissen alle paar Tage ist etwas völlig anderes als eine tägliche zusätzliche Mahlzeit oder eine nahezu vollständige Ernährung über den Hundenapf.
Nassfutter, Trockenfutter und Welpenfutter richtig einordnen
Ob deine Katze Hunde-Nassfutter oder Hunde-Trockenfutter frisst, verändert die grundsätzliche Bewertung nicht. Entscheidend ist die Zweckbestimmung des Futters und nicht seine Konsistenz.
Hunde-Nassfutter:
Der hohe Feuchtigkeitsgehalt macht es nicht automatisch zu geeignetem Katzenfutter. Es bleibt ein Produkt, dessen Nährstoffprofil für Hunde entwickelt wurde.
Hunde-Trockenfutter:
Ein paar versehentlich gefressene Kroketten sind bei einer gesunden Katze normalerweise kein Grund zur Panik. Als regelmäßige Mahlzeit sollte Hunde-Trockenfutter dennoch nicht dienen.
Welpenfutter:
Futter für heranwachsende Hunde kann energiereicher und anders zusammengesetzt sein als Futter für erwachsene Hunde. Trotzdem ist es kein Kittenfutter. Ein höherer Energie- oder Proteingehalt gleicht die artspezifischen Unterschiede nicht automatisch aus.
Hunde-Leckerli:
Ein versehentlich gefressenes Leckerli ist anders einzuordnen als eine komplette Mahlzeit. Trotzdem würde ich daraus keine regelmäßige Belohnung für deine Katze machen, denn dafür gibt es passende Alternativen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen tierärztliche Diätfuttermittel für Hunde. Ihre Nährstoffzusammensetzung kann gezielt verändert worden sein, um eine bestimmte Erkrankung zu unterstützen. Solche Futtermittel sollten deshalb für andere Tiere im Haushalt nicht frei zugänglich sein.
Hat deine Katze ein Medikament gefressen?
Manche Medikamente für Hunde werden als aromatisierte Kautabletten gegeben und riechen für Katzen wie ein Leckerli. Hat deine Katze eine solche Tablette gefressen, solltest du nicht abwarten, sondern sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen.
Halte den Produktnamen, den Wirkstoff, die Stärke, die vermutlich gefressene Menge und den Zeitpunkt bereit. Löse nicht selbst Erbrechen aus und gib keine Hausmittel, außer eine tierärztliche Fachperson weist dich ausdrücklich dazu an.
Was du jetzt konkret tun kannst
Deine Katze hat Hundefutter gefressen? Dann brauchst du zunächst keine komplizierten Maßnahmen. Sinnvoller ist eine klare Reihenfolge:
- Prüfe das Futter. Schau nach, welches Produkt deine Katze gefressen hat und versuche ungefähr einzuschätzen, welche Menge fehlt.
- Stelle den Hundenapf weg. So verhinderst du, dass aus dem einmaligen Zugriff direkt eine zweite Portion wird.
- Bewahre die Verpackung auf. Falls Beschwerden auftreten, können Produktname, Zutaten und Nährwertangaben für die tierärztliche Einschätzung hilfreich sein.
- Biete das gewohnte Katzenfutter und Wasser an. Ein hektischer Futterwechsel ist normalerweise nicht notwendig.
- Beobachte deine Katze. Entscheidend ist, ob sie sich normal verhält oder auffällige Beschwerden entwickelt.
Treten deutliche Symptome auf, bestehen relevante Vorerkrankungen oder kannst du die Situation nicht sicher einschätzen, solltest du eine Tierarztpraxis beziehungsweise den tierärztlichen Notdienst kontaktieren.

Nach einmaligem Naschen ruhig beobachten
Nach einigen Bissen Hundefutter musst du deine Katze nicht vorsorglich hungern lassen. Ebenso wenig ist es sinnvoll, plötzlich verschiedene Futtersorten auszuprobieren oder ihr zusätzliche Leckerli anzubieten, um vermeintlich fehlende Nährstoffe auszugleichen.
Kehre stattdessen zu ihrer normalen Fütterungsroutine zurück.
Falls anschließend Beschwerden auftreten und du tierärztlichen Rat benötigst, helfen möglichst konkrete Informationen bei der Einschätzung. Halte nach Möglichkeit Folgendes bereit:
- Produktname des Hundefutters
- Foto der Zutaten- und Nährstoffdeklaration
- ungefähr aufgenommene Menge
- Zeitpunkt der Aufnahme
- Gewicht deiner Katze
- bekannte Vorerkrankungen
- beobachtete Symptome
Damit lässt sich die Situation wesentlich besser beurteilen als mit der allgemeinen Angabe, dass deine Katze „etwas Hundefutter“ gefressen hat.
Wann du tierärztlichen Rat einholen solltest
Nicht jedes Erbrechen nach einem fremden Futter bedeutet automatisch einen Notfall. Trotzdem gibt es Situationen, bei denen Abwarten nicht die passende Strategie ist.
Tierärztlichen Rat solltest du zeitnah einholen, wenn deine Katze beispielsweise wiederholt erbricht, anhaltenden Durchfall entwickelt, deutlich schwächer wirkt oder ihr Futter verweigert.
Auch ein unerklärlicher Gewichtsverlust gehört abgeklärt, insbesondere wenn deine Katze bereits seit längerer Zeit regelmäßig Hundefutter frisst.
Ist ein sehr junges Kitten betroffen oder bestehen Erkrankungen, solltest du ebenfalls vorsichtiger sein. Hier kann eine ungeeignete Ernährung schneller relevant werden, weil entweder ein besonderer Nährstoffbedarf besteht oder die Fütterung Teil einer medizinischen Behandlung ist.
Frisst deine Katze plötzlich gar nicht mehr, findest du im Artikel Katze frisst nicht eine ausführlichere Einordnung möglicher Ursachen und Warnzeichen.
Bei Atemnot, Kollaps oder Krampfanfällen handelt es sich unabhängig von der vermuteten Ursache um einen akuten Notfall.
Eine weitere Situation wird leicht übersehen: Deine Katze wirkt völlig gesund, ernährt sich aber schon seit längerer Zeit zu einem erheblichen Teil von Hundefutter. Auch dann ist eine fachliche Überprüfung sinnvoll. Eine unausgewogene Ernährung muss nicht sofort sichtbare Symptome verursachen.
Was du nicht tun solltest
Der Wunsch, nach dem falschen Futter sofort etwas „auszugleichen“, ist verständlich. Einige Maßnahmen können allerdings mehr Probleme verursachen als lösen.
Kein Erbrechen auslösen:
Versuche nicht, deine Katze mit Hausmitteln zum Erbrechen zu bringen.
Keine Humanmedikamente geben:
Medikamente für Menschen können für Katzen ungeeignet oder sogar gefährlich sein.
Keine Nahrungsergänzung auf Verdacht:
Taurin, Vitamine oder Mineralstoffe sollten nicht einfach zusätzlich gegeben werden, nur weil deine Katze Hundefutter erwischt hat. Eine unkontrollierte Supplementierung ersetzt kein vollständig formuliertes Katzenfutter.
Nicht hungern lassen:
Entziehe deiner Katze nicht das Futter, damit sie „lernt“, künftig nicht mehr an den Hundenapf zu gehen. Hunger löst das Zugangsproblem nicht.
Nicht bestrafen:
Anschreien, Erschrecken oder andere Strafmaßnahmen verhindern nicht zuverlässig, dass deine Katze bei der nächsten Gelegenheit erneut Hundefutter frisst.
Sinnvoller ist es, den Zugang so zu verändern, dass die unerwünschte Situation gar nicht erst ständig entsteht.
Warum geht die Katze an den Hundenapf?
Wenn eine Katze immer wieder Hundefutter frisst, wird schnell vermutet, ihr müsse irgendein Nährstoff fehlen. Dafür gibt es jedoch zunächst deutlich einfachere Erklärungen.
Vielleicht riecht das Futter besonders intensiv. Möglicherweise gefällt deiner Katze die Konsistenz oder sie hat gelernt, dass im Hundenapf regelmäßig etwas Interessantes zu finden ist.
Manchmal liegt die Ursache sogar schlicht darin, dass der Napf den ganzen Tag frei zugänglich ist.
Geruch, Geschmack, Gewohnheit und leichte Erreichbarkeit
Katzen treffen ihre Futterwahl nicht anhand einer Nährstofftabelle.
Ein Futter kann für deine Katze äußerst attraktiv riechen und schmecken, obwohl es ihren langfristigen Bedarf nicht vollständig decken würde. Geschmack und ernährungsphysiologische Eignung sind deshalb zwei verschiedene Dinge.
Hinzu kommt der Lerneffekt.
Findet deine Katze immer wieder etwas Interessantes im Hundenapf, lohnt es sich aus ihrer Sicht, diesen Ort erneut aufzusuchen. Jeder erfolgreiche Zugriff kann die Gewohnheit weiter festigen.
Das hat weder etwas mit „Frechheit“ noch mit Dominanz zu tun.
Steht der Hundenapf jederzeit erreichbar in der Küche, während das eigene Katzenfutter nur zu bestimmten Zeiten angeboten wird, ist außerdem schnell erklärt, warum der fremde Napf interessant werden kann.
Ähnliche Mechanismen spielen auch eine Rolle, wenn eine Katze Essen klaut. Statt das Verhalten moralisch zu bewerten, lohnt sich deshalb der Blick auf Zugang, Lernerfahrung und Fütterungsroutine.
Futterkonkurrenz, Hunger und auffälliger Appetit
Nicht immer geht es ausschließlich um die Attraktivität des Hundefutters. Besonders in einem Mehrtierhaushalt solltest du deshalb auch prüfen, wie die gesamte Fütterung organisiert ist.
- Bekommt deine Katze eine für ihren Körperzustand passende Futtermenge?
- Kann sie ihre Mahlzeit in Ruhe fressen?
- Erreicht sie ihr Futter jederzeit zuverlässig oder wird sie von einem anderen Tier verdrängt?
- Frisst vielleicht der Hund regelmäßig einen Teil ihrer Portion?
Solche Faktoren können dazu führen, dass eine Katze zusätzliche Futterquellen nutzt.
Anders sollte ein plötzlich deutlich gesteigerter Appetit bewertet werden. Frisst deine Katze auf einmal wesentlich mehr als früher, sucht permanent nach Futter und verliert gleichzeitig Gewicht, gehört das nicht einfach unter „sie mag eben Hundefutter“ abgehakt.
Dasselbe gilt, wenn weitere Veränderungen hinzukommen, beispielsweise auffällig viel Trinken, starke Unruhe oder eine deutliche Veränderung ihres Allgemeinbefindens.
In diesem Fall sollte gezielt tierärztlich geklärt werden, weshalb sich ihr Appetit verändert hat. Der Gang zum Hundenapf ist dann möglicherweise nur das sichtbare Verhalten, während die eigentliche Ursache an anderer Stelle liegt.
Katze schrittweise an Katzenfutter gewöhnen
Hat sich deine Katze an Hundefutter gewöhnt, beendest du den Zugang zum Hundenapf und führst sie schrittweise zu einem vollständigen Katzenfutter mit ähnlicher Konsistenz zurück. Lass sie dabei nicht aushungern und hole tierärztlichen Rat, wenn sie etwa einen Tag lang kaum etwas frisst.
Eine ausführliche Anleitung zum schrittweisen Wechsel findest du unter Futterumstellung bei Katzen.
Man merkt sofort, dass er die individuellen Situationen von Mensch und Tier ernst nimmt und sich wirklich die Zeit nimmt, zuzuhören. Seine Empfehlungen sind praxisnah, nachvollziehbar und immer auf das Wohl aller Beteiligten ausgerichtet
Hund und Katze getrennt füttern
Wenn deine Katze regelmäßig am Hundenapf mitfrisst, bringt es wenig, sie jedes Mal wegzuschicken und darauf zu hoffen, dass sie irgendwann das Interesse verliert. Solange das Futter erreichbar und attraktiv bleibt, besteht auch weiterhin die Möglichkeit, dass sie sich dort bedient.
Zuverlässiger ist eine Umgebung, in der jedes Tier entspannt an sein eigenes Futter kommt.
Dabei geht es nicht darum, Hund und Katze während jeder Mahlzeit streng zu kontrollieren. Vielmehr solltest du den Fütterungsablauf so organisieren, dass Konkurrenz möglichst gar nicht entsteht und beide Tiere einen verlässlichen Futterplatz haben.
Je nach Tagesablauf und Fütterungsart kann bereits eine einfache räumliche Trennung ausreichen. Muss Futter dagegen längere Zeit verfügbar bleiben, sind technische Lösungen möglicherweise praktischer.

Getrennte Räume, feste Futterzeiten und Reste wegräumen
Eine der einfachsten Möglichkeiten besteht darin, Hund und Katze während der Mahlzeiten in unterschiedlichen Räumen zu füttern.
Dabei muss keine komplizierte Routine entstehen. Eine geschlossene Tür während der Fütterung kann bereits verhindern, dass die Katze nach ihrer eigenen Mahlzeit direkt zum Hundenapf wechselt.
Feste Abläufe erleichtern das zusätzlich:
- Beide Tiere bekommen ihr Futter an ihrem eigenen, ruhigen Platz.
- Während der Mahlzeit kann jedes Tier ungestört fressen.
- Langsam fressende Tiere erhalten ausreichend Zeit, ohne dass das andere Tier daneben wartet oder drängelt.
- Übrig gebliebenes Futter wird anschließend weggeräumt.
Gerade der letzte Punkt macht häufig einen großen Unterschied. Bleibt Hunde-Nassfutter oder Trockenfutter über Stunden frei zugänglich stehen, muss deine Katze der Versuchung immer wieder widerstehen. Wird der Napf nach der Mahlzeit entfernt, entsteht diese Situation gar nicht erst.
Ein erhöhter Futterplatz für den Hund löst das Problem dagegen meistens nicht. Viele Katzen erreichen erhöhte Flächen problemlos. Zudem sollte ein Futterplatz nicht allein deshalb ungünstig gestaltet werden, damit ein anderes Tier möglichst schlecht herankommt.
Wie Futter, Rückzugsorte und andere Ressourcen organisiert sind, spielt generell eine wichtige Rolle, wenn Hund und Katze gemeinsam leben.
Auch das Katzenfutter vor dem Hund schützen
Schütze umgekehrt auch das Katzenfutter vor dem Hund. Ein erhöhter Platz, eine Türlösung oder ein Mikrochip-Futterautomat kann helfen, solange deine Katze dort ruhig und ohne Druck frisst.
Wie du Futterplätze und weitere Ressourcen sicher organisierst, zeigt der Artikel Hund und Katze.
Mikrochip-Futterautomat und weitere praktische Lösungen

Nicht jeder Haushalt lässt sich auf feste Mahlzeiten umstellen. Manche Katzen fressen beispielsweise lieber mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt. Ebenso kann es notwendig sein, dass ein spezielles Futter länger verfügbar bleibt.
In solchen Situationen kann ein Mikrochip-Futterautomat sinnvoll sein.
Das Prinzip ist relativ einfach: Der Automat erkennt den gespeicherten Mikrochip oder einen entsprechenden Anhänger und öffnet sich nur für das dafür registrierte Tier. Verlässt dieses den Futterplatz, schließt sich der Zugang wieder.
Damit lässt sich nicht nur verhindern, dass die Katze das Hundefutter frisst. Umgekehrt kann auch das Katzenfutter vor dem Hund geschützt werden.
Besonders hilfreich kann eine solche Lösung sein, wenn:
- ein Tier eine spezielle Diät benötigt,
- unterschiedliche Futtermengen eingehalten werden müssen,
- mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt angeboten werden,
- eines der Tiere deutlich schneller frisst als das andere,
- eine vollständige räumliche Trennung im Alltag schwierig umzusetzen ist.
Ein Mikrochip-Futterautomat ist allerdings kein Muss. Je nach Wohnsituation können auch getrennte Räume, passende Türen oder andere räumliche Begrenzungen funktionieren.
Wichtig bleibt, die individuelle Situation zu berücksichtigen. Größe und Beweglichkeit der Tiere spielen dabei ebenso eine Rolle wie ihr bisheriges Verhalten und ihr Stressniveau.
Eine Lösung ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn sie den Futterzugang zuverlässig regelt, ohne daraus täglich eine neue Konfliktsituation zu machen.
Ruhig umlenken statt bestrafen
Erwischst du deine Katze am Hundenapf, musst du daraus keinen Konflikt machen.
Führe sie ruhig weg oder lenke sie zu ihrem eigenen Futterplatz. Anschließend solltest du überlegen, wie du den erneuten Zugang verhindern kannst.
Genau darin liegt der entscheidende Unterschied zwischen Management und Strafe.
Durch Strafe lernt deine Katze nicht automatisch: „Hundefutter ist für mich ungeeignet.“ Je nachdem, wie du reagierst, kann sie stattdessen lernen, den Napf nur dann aufzusuchen, wenn du nicht anwesend bist. Zusätzlich können Schreckreize unnötigen Stress rund um die Fütterung erzeugen.
Verlässliche Abläufe sind deshalb wesentlich sinnvoller als wiederholtes Verbieten.
Der eigene Futterplatz sollte ruhig erreichbar sein und nicht gegen Hund oder andere Katzen verteidigt werden müssen. Gleichzeitig sorgst du dafür, dass sich der Zugang zum fremden Futter nicht ständig lohnt.
So muss deine Katze nicht permanent eine Regel befolgen, deren Sinn sie gar nicht verstehen kann. Die Umgebung übernimmt einen großen Teil der Arbeit.
Besondere Vorsicht bei Kitten und kranken Katzen
Ein einzelner Bissen Hundefutter bedeutet auch bei einem Kitten oder einer Katze mit Vorerkrankung nicht automatisch, dass etwas Schlimmes passiert.
Trotzdem sollte regelmäßiges Mitfressen bei diesen Tieren besonders konsequent verhindert werden.
Während des Wachstums verändert sich der Nährstoffbedarf deutlich. Dasselbe gilt während Trächtigkeit und Säugezeit. Bei Erkrankungen wiederum kann die genaue Zusammensetzung der Nahrung Bestandteil der Behandlung sein.
Dadurch bleibt weniger Spielraum für größere Mengen eines Futters, das für eine andere Tierart oder einen anderen Ernährungszweck entwickelt wurde.
Wachstum, Trächtigkeit und Säugezeit
Kitten benötigen für ihre Entwicklung ein vollständiges Futter, das für das Wachstum von Katzen geeignet ist.
Hunde-Welpenfutter kann zwar ebenfalls für Wachstum formuliert und teilweise sehr energiereich sein. Daraus folgt jedoch nicht, dass es den Bedarf eines heranwachsenden Kätzchens erfüllt.
Welpenfutter ist deshalb kein Ersatz für Kittenfutter.
Dasselbe Grundprinzip gilt für trächtige und säugende Katzen. In diesen Lebensphasen steigen die Anforderungen an die Ernährung erheblich, weshalb eine passende vollständige Katzennahrung besonders wichtig ist.
Frisst ein Kitten einmal einige Stückchen Hunde-Trockenfutter, ist das also nicht mit einer längerfristigen Fütterung gleichzusetzen. Bedient es sich jedoch täglich beim Hund und frisst dadurch weniger von seinem eigenen Futter, solltest du den Zugang konsequent unterbinden.
Bestehen Zweifel daran, ob die eigentliche Ration den Bedarf deckt, kann sie gezielt fachlich überprüft werden.
Übergewicht, Allergien und tierärztliche Diäten
Auch bei erwachsenen Katzen können vermeintlich kleine Ausflüge zum Hundenapf eine größere Bedeutung bekommen.
Ein gutes Beispiel ist Übergewicht.
Soll deine Katze Gewicht verlieren und erhält dafür eine berechnete beziehungsweise bewusst angepasste Futtermenge, zählen die zusätzlichen Kalorien aus dem Hundenapf trotzdem mit. Frisst sie dort regelmäßig unbemerkt weiter, kann das die geplante Gewichtsreduktion erschweren.
Noch konsequenter muss der Zugang bei einer Ausschlussdiät verhindert werden.
Eine solche Diät funktioniert nur, wenn kontrolliert wird, welche Bestandteile die Katze tatsächlich aufnimmt. Bedient sie sich zwischendurch am Futter des Hundes, können dort enthaltene Proteinquellen oder andere Bestandteile die Aussagekraft der Ausschlussdiät beeinträchtigen.
Ähnliches gilt für bekannte Futtermittelallergien oder Unverträglichkeiten.
Besondere Aufmerksamkeit ist außerdem notwendig, wenn deine Katze aufgrund einer Erkrankung ein tierärztlich empfohlenes Diätfutter erhält. Das kann beispielsweise bei bestimmten Nieren-, Harnwegs- oder Magen-Darm-Erkrankungen der Fall sein.
Hier lässt sich nicht pauschal sagen, dass ein wenig Hundefutter schon verträglich sein wird. Welche Bedeutung die zusätzliche Nahrung hat, hängt von der Erkrankung, dem verwendeten Diätfutter und der aufgenommenen Menge ab.
Deshalb sollte die vorgesehene Ernährung möglichst konsequent eingehalten werden.
Das gilt übrigens in beide Richtungen.
Bekommt deine Katze ein spezielles Diätfutter, sollte auch der Hund nicht regelmäßig daran mitfressen. Eine gute Fütterungsorganisation schützt somit nicht nur die Katze vor dem Hundenapf, sondern sorgt dafür, dass jedes Tier tatsächlich die Nahrung bekommt, die für seine eigene Situation vorgesehen ist.
Weiterlesen: Wenn Hund und Katze gemeinsam leben, geht es neben der Fütterung auch um Rückzugsorte, Ressourcen und einen möglichst konfliktarmen Alltag. Mehr dazu findest du unter Hund und Katze zusammenführen.
Häufige Fragen zu Hundefutter für Katzen
Ist es schlimm, wenn meine Katze einmal Hundefutter frisst?
Ein paar Bissen normales Hundefutter sind für die meisten gesunden Katzen kein Grund zur Panik. Stelle den Hundenapf anschließend außer Reichweite und biete deiner Katze wieder ihr gewohntes Katzenfutter sowie frisches Wasser an.
Entwickelt sie Beschwerden, hat sie eine ungewöhnlich große Menge aufgenommen oder bestehen relevante Vorerkrankungen, solltest du die Situation tierärztlich abklären lassen.
Kann eine Katze von Hundefutter krank werden?
Nach einer größeren oder ungewohnten Portion können vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen, weicher Kot oder Durchfall auftreten.
Ein anderes Risiko entsteht, wenn Hundefutter regelmäßig einen wesentlichen Teil der Katzennahrung ersetzt. Da es nicht für den vollständigen Nährstoffbedarf von Katzen formuliert wird, kann eine solche Ernährung langfristig zu einer Unterversorgung beitragen.
Ob tatsächlich gesundheitliche Folgen entstehen, hängt unter anderem von der Zusammensetzung des Futters, der aufgenommenen Menge, der Dauer und dem individuellen Bedarf der Katze ab.
Wie lange darf eine Katze Hundefutter fressen?
Eine pauschale sichere Zeitspanne gibt es nicht. Hundefutter sollte grundsätzlich nicht als geplantes Ersatz- oder Dauerfutter für eine Katze verwendet werden.
Entscheidend ist zudem, welchen Anteil es an der gesamten Ernährung einnimmt. Eine Katze, die versehentlich einmal am Hundenapf nascht, befindet sich in einer vollkommen anderen Situation als eine Katze, die täglich einen großen Teil ihrer Mahlzeiten dort frisst.
Hat sich das regelmäßige Mitfressen bereits etabliert, solltest du die Fütterung trennen und bei einer länger bestehenden Fehlfütterung die Gesamtration fachlich überprüfen lassen.
Dürfen Katzen Hunde-Nassfutter essen?
Hunde-Nassfutter ist nicht automatisch giftig für Katzen. Die feuchte Konsistenz ändert allerdings nichts daran, dass seine Nährstoffzusammensetzung für Hunde entwickelt wurde.
Hat deine Katze einmal etwas davon gefressen und zeigt anschließend keine Auffälligkeiten, genügt bei einer ansonsten gesunden Katze häufig die Beobachtung.
Als regelmäßige Hauptmahlzeit eignet sich Hunde-Nassfutter dagegen nicht.
Dürfen Katzen Hunde-Trockenfutter essen?
Einzelne versehentlich gefressene Kroketten sind für eine gesunde Katze normalerweise kein Notfall.
Problematisch wird Hunde-Trockenfutter vor allem dann, wenn deine Katze regelmäßig größere Mengen davon frisst und dadurch weniger vollständiges Katzenfutter aufnimmt. Die trockene Darreichungsform macht dabei keinen entscheidenden Unterschied. Maßgeblich bleibt, für welche Tierart das Futter formuliert wurde.
Enthält Hundefutter genug Taurin für Katzen?
Das lässt sich nicht allein anhand der Frage beantworten, ob Taurin in der Zutatenliste auftaucht.
Ein Hundefutter kann durchaus Taurin enthalten. Trotzdem muss es keine Taurinmenge bereitstellen, die zusammen mit allen weiteren Nährstoffen den vollständigen Bedarf einer Katze deckt.
Genau deshalb sollte die Beurteilung nicht auf einen einzelnen Stoff reduziert werden. Katzen benötigen ein auf ihre Tierart abgestimmtes Gesamtprofil aus unter anderem Aminosäuren, Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen.
Warum frisst meine Katze lieber Hundefutter?
Dass deine Katze den Hundenapf interessant findet, bedeutet nicht automatisch, dass ihr ein bestimmter Nährstoff fehlt.
Oft sind wesentlich einfachere Faktoren verantwortlich. Ein intensiver Geruch, eine andere Konsistenz, Abwechslung oder der jederzeit erreichbare Napf können das Futter attraktiv machen. Hat sich der Zugriff mehrfach gelohnt, kann daraus außerdem eine feste Gewohnheit entstehen.
Anders solltest du die Situation einordnen, wenn deine Katze plötzlich erheblich mehr Hunger entwickelt. Kommen beispielsweise Gewichtsverlust, auffällig viel Trinken, Unruhe oder weitere Veränderungen hinzu, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Wie halte ich meine Katze vom Hundenapf fern?
Am zuverlässigsten funktioniert eine Lösung, bei der deine Katze gar nicht ständig die Gelegenheit bekommt, sich am fremden Napf zu bedienen.
Füttere Hund und Katze beispielsweise in getrennten Räumen und entferne Futterreste nach den Mahlzeiten. Muss Futter über einen längeren Zeitraum verfügbar bleiben, kann ein Mikrochip-Futterautomat eine sinnvolle Möglichkeit sein.
Auf Bestrafung oder Schreckreize kannst du verzichten. Verlässliches Fütterungsmanagement verhindert den Zugriff deutlich besser, als deiner Katze immer wieder etwas zu verbieten.
Hundefutter als kurzfristige Notlösung?
Wenn ausnahmsweise kein Katzenfutter verfügbar ist, macht eine kleine Portion normales Hundefutter eine gesunde erwachsene Katze nicht automatisch krank. Als geplante Ersatzmahlzeit ist es dennoch nicht ideal und sollte nur eine kurze Überbrückung bleiben.
Prüfe vor dem Füttern, ob es sich um gewöhnliches Futter handelt und keine Medikamente, Diätzusätze oder für Katzen problematischen Zutaten enthalten sind. Besorge so bald wie möglich wieder ein vollständiges Katzenfutter.
Dürfen Katzen Hundeleckerlis und Snacks fressen?
Ein einzelnes gewöhnliches Hundeleckerli ist für eine gesunde Katze meistens kein Notfall. Trotzdem sind Hundesnacks nicht als regelmäßige Belohnung für Katzen gedacht und können sehr energiereich, salzig, groß oder schwer zu kauen sein.
Prüfe die Zutaten und gib keine Snacks mit unbekannter Zusammensetzung. Enthält das Produkt Medikamente, große harte Stücke oder Zutaten, die für Katzen ungeeignet sein könnten, holst du tierärztlichen Rat ein.
Produkte für Hunde und Katzen richtig prüfen
Ein gemeinsames Produkt kommt für deine Katze nur infrage, wenn es ausdrücklich als Alleinfuttermittel für Katzen gekennzeichnet ist. Viele Produkte für beide Tierarten sind lediglich Ergänzungsfuttermittel. Weitere Hilfe bietet Welches Katzenfutter?.
Darf der Hund Katzenfutter fressen?
Auch die umgekehrte Richtung sollte keine tägliche Gewohnheit werden. Katzenfutter ist für den Nährstoffbedarf von Katzen formuliert und kann für Hunde deutlich energiereicher oder fettreicher sein als ihr gewohntes Futter.
Ein kleiner versehentlicher Bissen bleibt bei einem gesunden Hund häufig ohne Folgen. Frisst er regelmäßig Katzenfutter, kann das seine eigene Ration verdrängen, die Kalorienaufnahme erhöhen und bei empfindlichen Tieren Verdauungsbeschwerden begünstigen.
Trenne deshalb beide Futterplätze in beide Richtungen und kläre wiederholte Beschwerden oder besondere Vorerkrankungen tierärztlich ab.
Fazit: Einmaliges Naschen einordnen, dauerhaft getrennt füttern
Wenn deine Katze Hundefutter frisst, macht die Häufigkeit den entscheidenden Unterschied. Einige versehentlich gefressene Bissen sind bei einer gesunden Katze häufig kein Notfall. Beobachte ihr Verhalten und kehre anschließend zu ihrem gewohnten Katzenfutter zurück.
Als dauerhafte Ernährung eignet sich Hundefutter dagegen nicht. Katzen haben einen eigenen Nährstoffbedarf, der sich in mehreren wichtigen Punkten von dem eines Hundes unterscheidet. Selbst wenn einzelne Bestandteile wie Taurin zugesetzt wurden, sagt das noch nichts darüber aus, ob das gesamte Futter eine Katze vollständig versorgen könnte.
Treten Beschwerden auf oder verändert sich der Appetit deiner Katze deutlich, sollte die Ursache gezielt abgeklärt werden.
Frisst sie dagegen regelmäßig beim Hund mit, kannst du bereits bei der nächsten Mahlzeit ansetzen: Gib beiden Tieren einen eigenen, ruhigen Futterplatz und verhindere anschließend den freien Zugang zum jeweils anderen Napf.
So wird aus dem täglichen Verbieten eine einfache und verlässliche Routine.
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